Gebete

Hier finden Sie einige Gebete, so unter anderem zum Schutzpatron von St. Michael, dem Heiligen Erzengel Michael, aber auch von oder zu verschiedenen Heiligen. Genauso finden sich hier von Amtsträgern der Katholischen Kirche herausgegebene Gebete.

Vom Beten (nach Papst Johannes Paul I.)

In einer Familie feiert der Vater Geburtstag.
Die Mutter und die Kinder haben ein kleines Fest vorbereitet. Zuerst kommt der Jüngste an die Reihe. Er hat ein kleines Gedicht auswendig gelernt, das er vor dem Vater aufsagt. „Bravo“, sagt der Vater zu ihm, „das hast du gut gemacht“.
Dann tritt der ältere Sohn auf. Er hat eine kleine Ansprache vorbereitet, die er sich ganz alleine ausgedacht hat. „Ich hätte nie gedacht“, sagt der Vater, „dass du so tüchtig bist und eine solche Rede halten kannst“.
Danach ist das Fräulein Tochter dran. Sie hat nur einen Strauß roter Rosen mitgebracht. Vor lauter Aufregung wird sie ganz rot, als sie dem Vater den Blumenstrauß überreicht, und bringt gerade noch heraus, fast flüsternd: „Alles Gute Papi“ – und drückt ihm einen dicken Kuss auf die Wange. Und der Vater sagt zu ihr: „Wie schön! Ich sehe, dass du mich sehr gern hast.“
Schließlich die Mutter, seine Frau seit vielen Jahren. Sie hat kein Geschenk für ihn. Sie schaut ihren Mann nur an, und er schaut sie an, einfach nur ein Blick! Dieser Blick ruft die ganze Vergangenheit, ein ganzes Leben ins Gedächtnis: das Gute, das Schlechte, die Freude, das Leid der Familie – das ist alles.

So sind die vier Gebetsarten: Das auswendig gelernte Gedicht ist das vorformulierte Gebet.
Die kleine Festrede – das ist das freie Gebet.
Der Blumenstrauß – ist das Gebet des Herzens. Die kleine Tochter in ihrer Aufregung; da braucht es nicht viele Worte. Es genügt das Herz sprechen zu lassen.
Die der Ehefrau – ist das Gebet der Einfachheit. Sie stellt sich vor den Herrn hin und sagt kein Wort. Irgendwie schaut sie ihn nur an.

Gebet zum Heiligen Geist
(Dieses Gebet betete Papst Johannes Paul II. täglich)

O Heiliger Geist,
Du Liebe des Vaters und des-Sohnes.
Gib mir immer ein, was ich denken soll.
Gib mir immer ein, was ich sagen soll,
und wie ich es sagen soll.
Gib mir ein, was ich verschweigen soll,
und wie ich mich dabei verhalten soll.
Gibt mir ein, was ich zur Ehre Gottes, zum Wohl der Seelen
und zu meiner eigenen Heiligung tun soll.

Heiliger Geist,
Gib mir Verstand, um zu verstehen und zu erkennen.
Gib mir das Fassungsvermögen, um alles zu behalten.
Lehre mich die Methoden und gib mir die Fähigkeit,
um immer wieder zu lernen.
Gib mir Scharfsinn, um richtig zu deuten und zu unterscheiden.
Gib mir die Gnade, um wirkungsvoll zu sprechen.

Heiliger Geist,
gib mir Zuversicht und Treffsicherheit am Beginn;
leite und führe mich bei der Ausführung,
und schenke mir Vollkommenheit beim Beenden.

AMEN

Gebet zum Jahr des Glaubens 2012/13 (Verfasser: Erzbischof Reinhard Kardinal Marx, 2012)

Herr Jesus Christus, Sohn des allmächtigen Gottes, geboren von der Jungfrau Maria und deshalb der Bruder aller Menschen. Du lädst uns ein, Dir zu glauben, auf Dich zu vertrauen, mit Dir zu gehen und bei Dir zu bleiben und so den Weg zu finden in die unendliche und unzerstörbare Liebe Gottes, Deines Vaters.

Wir danken Dir, dass Du am Kreuz Deine Arme für alle ausgebreitet hast und uns alle an Dich ziehst. Bei Dir und mit Dir lernen wir glauben, hoffen und lieben! Du zeigst uns, wie die „Tür des Glaubens“ geöffnet werden kann. Du sagst: „Hab keine Furcht! Glaube nur!“ Du tröstest und ermutigst uns, wenn unser Glaube klein und schwach ist, wie ein Senfkorn.

Hilf uns in diesem Jahr des Glaubens, dass aus diesem Senfkorn immer wieder in der Gemeinschaft aller Glaubenden ein großer Baum wächst, der Raum gibt für die Vielfalt der Wege zu Gott, Deinem Vater. Wir wissen: wir können unseren Glauben und den Glauben der Kirche nicht machen, es ist ein Geschenk Deiner Gnade, dass wir glauben können. Und um diese Gnade bitten wir Dich: Stärke uns durch den Hl. Geist, dass wir als Kirche überzeugend diesen Glauben leben und so eine Einladung an alle werden, Dich zu finden und mit Dir zu gehen zum Vater. Lass uns in diesem Jahr die Freude des Glaubens entdecken und leben und miteinander bezeugen im geistlichen Gespräch, im Gebet, in der Feier der heiligen Geheimnisse. Mit den Jüngern bitten wir: „Herr, stärke unseren Glauben!“