3 Gedanken zu „Erntedankgottesdienst am 06.10.2019“

  1. Lieber Michael, liebes Orga-Team vom Sunday for Future.

    Erst einmal ein herzliches, ehrliches Dankeschön, dass Ihr eine solche Messe ermöglicht habt. Ich habe mich sehr gefreut und teilweise auch vor Emotionen geheult.

    Als gläubige, praktizierende Christin bin ich froh, dass ihr Euch in Form des Sunday for Future des Themas Klima- und Umweltschutz angenommen habt.

    Ebenso richtig war es, die zentrale Rolle der Kinder und Jugendlichen in der Fridays-for-Future-Bewegung hervorzuheben und auch durch die Apostelgeschichte zu thematisieren.

    Was aber unerwähnt blieb ist die Tatsache, dass FFF längst nicht mehr eine reine Jugendbewegung ist – auch wenn das von den Medien und dem großen Teil der Öffentlichkeit immer noch so dargestellt bzw. empfunden wird.

    Längst gibt es die Scientists for Future, die Parents for Future, die Omas, die Teachers, die Entrepreneurs, die Artists, die Students… Und all die vielen anderen Menschen, die ohne „Aushängeschild“ jeden Freitag weltweit auf die Straße gehen.

    Nur, was und wen ich noch dort nicht gesehen habe, sind: die Christians for Future oder die Church for Future. (Und in der Kritik nehme ich mich da nicht aus. Ich gehe freitags immer ohne „Gruppierung“, aber mit meinem eigenen Slogan hin.)

    Wäre es aber nicht gerade die Institution Kirche – und wenn nicht diese, dann ihre Gemeindemitglieder – , die zu dem Thema Klima- und Umweltschutz deutlicher und noch sehr viel öffentlicher Stellung beziehen müsste?

    Selbst um den Papst Franziskus ist es momentan seltsam still.

    Wäre es nicht auch für die Kirche eine einmalige Chance?
    Wieder dort Farbe zu zeigen und einzustehen für das, was im Ursprung des christlichen Glaubens liegt, nämlich die Bewahrung der Schöpfung? Ich kann mir vorstellen, dass so auch die Kirche wieder Zuspruch von jenen Leuten erfahren würde, die sich in den vergangenen Jahren enttäuscht von ihr abgewendet haben.

    Ganz außer Acht wird in der allgemeinen Diskussion auch die Tatsache gelassen, dass wir Menschen eine große Trauer zu bewältigen haben: Dass ein Teil der Schöpfung unwiderruflich verloren ist. Und dass wir dabei sind, das ganze Leben, wie wir es bisher kennen – in seinem natürlichen Reichtum und seiner Schönheit fahrlässig und wissend aufs Spielgesetzt wird.

    Trauer wäre – neben Ohnmacht, Resignation und Wut – eine Empfindung, um Menschen anzusprechen und zu mobilisieren, die der Ansicht sind, dass sie Klimaschutz nicht wirklich betrifft oder dass sie als Einzelne eh nichts bewirken können.

    Ich jedenfalls bin überzeugt, dass die Kirche gerade heute, in Zeiten des Umbruchs und des Umdenkens, eine wichtige Rolle erfüllen kann. Und muss.

    1. Hallo Katja,

      das würde ich genauso sehen! Im Moment läuft ja gerade die Amazonas-Synode in Rom, wo die Bewahrung der Schöpfung eines der wichtigsten Themen ist. Weil man halt merkt, dass der Klimawandel und der Raubbau an der Natur ganz konkret menschliches Leben bedroht, und die Kirche da nicht schweigen kann. Von daher ist der Papst gerade mittendrin im Thema; wird sicher spannend, was dabei rauskommt.

      Ob das jetzt unbedingt „Churches for Future“ genannt werden muss, ist noch mal eine andere Sache – kann man sicherlich machen, und die Initiative ist super, aber die Bewahrung der Schöpfung war uns Christen ja eigentlich immer schon ein Anliegen, nicht erst seit Greta Thunberg ;-). Für die Kirche ist das immer auch eine Gratwanderung; wir wollen natürlich für die Bewahrung der Schöpfung eintreten, aber uns auch nicht einfach politisch vereinnahmen lassen. Eine Pfarrei hat darüber hinaus natürlich einfach auch andere Themen, die wichtig sind.

      Aber wir versuchen schon, das Thema immer wieder auch anzusprechen. Wenn du konkrete Ideen dazu für Lochhausen hast, dann melde gern beim Pastoralteam oder beim Pfarrgemeinderat, und wir sehen, was geht 🙂

      1. Hallo Michael,

        danke für deine Antwort. Du hast recht, wenn du sagst, dass die Bewahrung der Schöpfung nicht erst seit Greta Thunberg ein Anliegen der Christen ist – ich meine auch, dass ich mich entsprechend ausgedrückt habe. Die Bewahrung der Schöpfung geht alle Menschen an. Und im Umkehrschluss auch der Verlust dieser Schöpfung. Nun kann die Kirche die FFF-Bewegung aber als Anlass nehmen, auf dieses zentrale Anliegen wieder verstärkt aufmerksam zu machen. Wenn nicht die Kirche, wer denn?! Eine Amazonas-Synode ist ein starkes Zeichen, aber betrifft und bewegt leider nicht die Menschen hier, vor Ort.

        Kirche kann sich äußern, ohne parteipolitisch Stellung beziehen zu müssen. Und gerade sie hat meiner Meinung nach das Potenzial, auch jene Menschen zu erreichen, die aus eher konservativen Kreisen kommen. Warum nicht beispielsweise jeden Freitag die Glocken um Fünf vor 12 läuten lassen? Ein „lautes“, unüberhörbares Zeichen wäre das.

        Ich mache mir in jedem Fall Gedanken, was sich in unserer Gemeinde konkret umsetzen ließe und sende dir herzliche Grüße.

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